Botanik und Herkunft
Es gibt zwar über 500 verschiedene Aloë-Arten, aber nur eine Aloë vera – Die Echte Aloë. Sie ist eine der den ältesten und wohl auch bekanntesten Heilpflanzen überhaupt. Der botanische Name* stammt aus dem Arabischen und bedeutet 'bitter'. Ihr Erscheinungsbild erinnert zwar eher an einen Kaktus oder eine Agave, doch sie ist - wie die Zwiebel - ein Liliengewächs und wird daher auch 'Wüstenlilie' genannt. An idealen Standorten kann die Pflanze bis zu 60 cm hoch werden, bei ausreichendem Lichtangebot ab dem vierten Jahr sogar spektakuläre rot-orangefarbene oder gelbe Blüten ausbilden. Ursprünglich stammt die Aloë vera vermutlich von der arabischen Halbinsel, ist aber inzwischen in allen subtropischen und tropischen Regionen der Welt zu finden, im Mittelmeergebiet, in Indien, auf den westindischen Inseln, den kanarischen Inseln und in Mexiko.
Aloë vera kann viele Monate lang ohne Regen auskommen. Die Pflanze speichert in ihren fleischigen Blättern unglaublich viel und sehr effektiv Wasser, wovon sie in Dürreperioden zehrt. In langen Trockenperioden schrumpft die Pflanze sogar deutlich ein; mit dem ersten Regen plustert sie sich aber schnell wieder zu ihrer eigentlichen Größe auf. Das Speicherverfahren der Aloë ist deshalb so effektiv, weil das Wasser in einem gelartigen Gewebe in den Blättern eingelagert wird. Dieses Gel dient auch der Selbstheilung: Schnittwunden schrumpfen stark und trocknen ein, was die Verletzung versiegelt und schließlich verkrustet.
Im deutschsprachigen Raum wurde Aloë vera erstmals im 12. Jahrhundert in schriftlichen Quellen als Heilpflanze erwähnt. Bis heute wird die Pflanze als besonders schonendes, aber wirksames Heilmittel genutzt. Das Gel hat nämlich ganz erstaunliche Eigenschaften.
* Aloë vera finden Sie auch unter einer ganzen Reihe von Synonymen im Handel: Aloë barbadensis Miller, Aloë vulgaris Lam., Aloë abyssinica Lam., Aloë perfoliata var. vera L., Barbados-Aloë, Venezuela-Aloë.